Montag. Ab nach Bridgetown.

Heute ging es also das erste Mal in die Stadt. Hinkommen ist kein Problem gewesen, direkt an der Maxwell Main Road fährt ein Bus in ca. 15 Minuten nach Bridgetown, für 2 BDS$, also etwa 0,72 Euro. Es gibt zwei Arten von Bussen, zum einen die großen Busse, die auch in Hamburg rumfahren, zum anderen die viel häufiger fahrenden kleinen Busse, mit Platz für etwa 10 Leute und einer Hupe, welche der hier nicht unähnlich ist: YouTube

Angekommen bin ich erstmal etwas umhergeirrt, habe mir verschiedene Geschäfte in den Einkaufsstraßen beguckt und mich dann zum Burger King begeben, was gegessen. Anschließend wollte ich den Nachtclub Harbour Lights ausfindig machen. Auf dem Weg dorthin rennt mir ein Typ hinterher und meint “eyeyeyey”. Ich zeige fragend mit dem Finger auf mich, er meint ob ich neu hier sei und irgendwas bräuchte. Ok, wieder ein Hustler.

Er erscheint mir in Ordnung und wir trinken ein Bier zusammen, während er wie ein Wasserfall erzählt. Vier Bier für 10 BDS$, nicht besonders teuer für unterwegs. Kurz stutzig werde ich, als ich ihm einen 20 BDS$-Schein gebe, er bezahlt und erst als ich kritisch gucke meint, das Wechselgeld bekäme ich gleich wieder. Wir gehen ein Stück, er zeigt mir seine Nachbarschaft und sein Haus, während er erzählt, was für Geschäfte er am Laufen habe und dass er keine Typen ausraube, sondern mit Provisionen sein Geld verdient. Er hat eine Glatze, einen Goldzahn, keine Schuhe, die Gegend sieht nicht besonders schön aus und er faselt was von Ghetto und Mafia. Er bietet mir eine Tour ins Landesinnere mit einigen Sehenswürdigkeiten an, inklusive dem höchsten Punkt der Insel an dem man perfekte Fotos schießen kann. Insgesamt für 100 USD. Es klang interessant und ich sagte, dass ich es mir überlegen werde. “Swimming with the turtles” und Jet-Ski biete er auch an.
Ich erwähne, dass ich ne SIM-Karte für mein Handy suche, damit ich unterwegs Internetzugriff habe und er führt mich zum nächsten Handygeschäft bei dem ich auch fündig werde.
Anschließend gehen wir noch zu seinem Lieblings-Klamottenladen, er zeigt mir den Markt mit frischem Obst und Gemüse und die städtische Bibliothek.
Zurück beim Biershop angekommen meinte er dann, er nimmt normalerweise 35 USD für die Stadtführung, aber ich müsse nur 30 zahlen. Ich bin überrascht. “Was? Das hättest Du vorher erwähnen müssen”. Er sagt ja es sei sein Fehler. Er habe es vergessen, weil ich so super sympathisch gewesen sei. Ich entgegne, dass ich seine Services nicht in Anspruch genommen, hätte ich gewusst, dass er anschließend Geld verlangt. Er sagt es sei respektlos und verletzend, wenn ich ihm jetzt kein Geld geben würde und allgemein, dass ich mir 80 Tage Urlaub leisten könne und er mittellos sei.
Ich erwähne die fehlenden 10 BDS$ Wechselgeld und biete ihm “20 Dollars” an, immerhin hat er mir geholfen was das Handy angeht. Er willigt ein, ich geb ihm 20 BDS$, er sagt er meinte natürlich USD. Ich meine, mehr werde ich Dir nicht geben. Er wird lauter, was für eine fürchterliche und respektlose Person ich sei und ich solle seine Nummer aus meinem Handy löschen. Was ich tue. Er sagt, er sei ein ehrlicher Typ, der das Geld verdient hätte. Er kenne Leute, die Leuten ein Auge rausschneiden um an Geld zu kommen. Ich gehe. Er schreit quer über den Platz noch einige Beleidigungen hinter mir her.